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Malediva: Pyjama Party
Montag, 1. Oktober 2012 19.30 Uhr, Congress Center Villach, Gottfried-von-Einem-Saal
Am Piano: Florian Ludewig
Ein gebührender Auftakt für Villachs Satireherbst: Die österreichische Vor-Premiere von „Pyjama Party“. Wer diese versäumt, hat die Chance, das Programm einige Tage später live im Kultursender Ö1 zu hören – in einer Direkt-Übertragung aus dem Wiener Kabarettzentrum „stadtTheater walfischgasse“.
Kärntens Kabarett-Freunde sollten den Termin allerdings nicht versäumen: Zu sehen sind zwei Großmeister des Kabaretts, denen nichts anderes attestiert wird, als dass sie die Boulevardkomödie neu belebt haben. Ihr scheinbar müheloser Gesang ist mitreißend und ausdrucksstark, ihre Komik verbirgt im Kern eine hochintelligente Melancholie, ihre Bühnenpräsenz nimmt das Publikum neidlos für diese beiden gutaussehenden Ausnahmekünstler ein. Seit 20 Jahren sind die Herren Tetta Müller und Lo Malinke ein unzertrennliches Paar, das sich nicht nur auf der Bühne kongenial ergänzt: für mittlerweile 8 Bühnenshows haben sie Dialoge und Liedtexte geschrieben sowie Bühnenbilder und Kostüme entworfen. Der Pianist Florian Ludewig zeichnet für die Komposition der Songs und deren Arrangements verantwortlich.
Mit „Pyjama Party“ gehen die Großmeister des gehobenen Ehekrachs nun in eine neue Runde. So nah sind wir ihnen noch nie gekommen: Malediva stellen ihr komplettes Schlafzimmer auf die Bühne! Doch wer sie kennt, weiß, dass hier an Schlaf nicht zu denken sein wird. „Wer zusammen frühstückt, hat die Nacht überlebt! Wir wollen zwei ganz normale Menschen am Ende und am Anfang ihres Tages zeigen: abgekämpft und liebevoll. Sarkastisch und triumphierend. Mit der Zahnbürste im Mund und dem Herz in der Hand.“
Monatelang feilen sie an ihren hochtourigen Dialogen, nur um diese auf der Bühne mit hinreißender Improvisationskunst zu unterwandern. Ihre Begabung zu herzschmelzenden Balladen wird nur noch von ihrer Liebe zu brachialer Situationskomik übertroffen. Und ihre wortgewaltige Streitlust kann sich schon in der nächsten Sekunde zu zärtlichstem Einverständnis wandeln. „Es ist nicht dumm, es immer wieder mit der Liebe zu versuchen. Die Alternativen sind auf Dauer doch ziemlich trostlos.“
Es gibt nicht viele Künstler im deutschsprachigen Raum, die das können, was Müller & Malkinke können: sich in großartiger Selbstironie jede Blöße zu geben, und sich damit das Publikum zum Verbündeten zu machen. Wer ein Herz hat, das noch für die Liebe schlägt, der lässt es nach so einem Abend bei Malediva zurück.
Neben vielen anderen Ehrungen wurde Malediva 2006 mit dem deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet.
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Karikaturen - Ausstellung Häuptling Eigener Herd
Vernissage: Freitag, 5. Oktober 2012 20.00 Uhr, Dinzlschloss
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.00 – 12.00 und 13.00 bis 16.00 Uhr (Donnerstag 13.00 – 20.00 Uhr), Freitag 8.00 – 12.00 Uhr, Samstag 10.00 – 13.00 Uhr
Mit Zeichnungen von: Beck, F. W. Bernstein, Funny van Dannen, Eleonore Gerhaher, Gerhard Glück, Christoph Gremmer, Greser & Lenz, Sybille Hein, Rudi Hurzlmeier, Jamiri, Ernst Kahl, Kriki, Nicolas Mahler, Til Mette, OL, Bernd Pfarr, Ari Plikat, Rattelschneck, Stephan Rürup, ©TOM, F. K. Waechter und Anna Zimmermann
„Häuptling Eigener Herd“ ist eine kulinarische Kampfschrift. Seit 1999 setzt sie sich mit den Themenkreisen Essen, Trinken und Nahrungsmittelindustrie auseinander. Herausgeber sind der Stuttgarter Sterne-Koch Vincent Klink und der Berliner Satiriker und Schriftsteller Wiglaf Droste. Über Essen und Kulinarisches wurde und wird viel geredet und gezeichnet. Aber noch nie wurde, wie es im Häuptling geschieht, das Thema Kulinarik so bestechend-hintergründig analysiert und festgehalten - und das in Rein- und Hochform bester Humorkultur.
Was das Besondere an dieser vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift ist, die in einem eineinhalb Quadratmeter großem Eck in Klink’s Restaurant „Wielandshöhe“ entsteht: Die besten deutschsprachigen Zeichner und Karikaturisten sind eingeladen, die jeweiligen Nummern zu illustrieren (und werden dafür durch ein „Festmahl“ entlohnt). Zur im April erschienen 50. Ausgabe (Thema: JAZZ) werden in Villach die schönsten, besten, witzigsten und leckersten Zeichnungen der letzten Jahre zu sehen sein.
Gerne hätten wir Vincent Klink bei der Vernissage in Villach begrüßt. Dem Vielbeschäftigten – er steht täglich in der Küche, gestaltet eine ARD-Kochkunst-Sendung und ist an den beiden arbeitsfreien Tagen in Kulturzentren rund um Stuttgart als Musiker und Vorlesender anzutreffen – ist dies aber zeitlich nicht möglich. Dafür freuen wir uns, dass sein Mit-Herausgeber Wiglaf Droste Villach besuchen wird.
Wir danken dem Museum Caricatura Kassel für die Kooperation.
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Lesungen im Rahmen der Ausstellung Wiglaf Droste
Montag, 8. Oktober 2012 20.00 Uhr, Dinzschloss
Seit 1999 fungiert der Satiriker, Autor und Sänger gemeinsam mit Vincent Klink als Mitherausgeber der Zeitschrift „Häuptling Eigener Herd“. Seine Bücher haben Titel wie „In 80 Phrasen um die Welt“ (1992), „Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses“ (1997), „Zen-Buddhismus und Zellulitis“ (1999) oder „Sprichst du noch, oder kommunizierst du schon?“ (2012). Droste versteht sich selbst als „satirischen Polemiker“, und es ist nicht bekannt, dass er irgendwelchen Konflikten je aus dem Weg gegangen wäre.
Droste wurde 1961 in Herford geboren. Er war Redakteur des Satiremagazins „Titanic“, schrieb für das Spandauer Volksblatt, das Berliner Stadtmagazin „tip“ und die taz, verfasste Beiträge für Rundfunkstationen wie WDR und Deutschlandfunk. Die Presse attestiert ihm, zu den besten deutschen Prosa-Autoren im Genre der kurzen Form zu gehören. Wiglaf Droste wurde 2003 mit dem Ben-Witter-Preis (u. a. für sein Dissidententum) und 2005 mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet.
Es scheint mir wohl kaum übertrieben, Droste als den „Tucholsky unserer Tage“ zu bezeichnen – ich wüsste jedenfalls kaum einen anderen Autor, der sowohl in der satirischen Schärfe wie auch in der melancholischen Nachdenklichkeit dem „Heinrich Heine des 20. Jahrhunderts“ so nahe kommt wie er. Dr. Peter Böthig, Kurt-Tucholsky-Museum Rheinsberg
Wiglaf Droste ist ein genauer Beobachter; seine Texte sind scharf, boshaft, polemisch, so grenzwertig wie kompromisslos, bestechend wahrhaftig, in ihrer brillanten Diktion unvergleichlich komisch und höchst kurzweilig. Donaukurier
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Bodo Hell/Peter Angerer/Fritz Moßhammer Einverleib Freitag, 23. November 2012 20.00 Uhr, Dinzlschloss (Finissage der Ausstellung)
„Einverleib“ ist eine mehrgängige Musik-Text-Performance mit drei Musikern/Sprechern. Sie umfasst Hörbeispiele aus dem Themenkomplex: feste, flüssige sowie ätherische LeibesNahrung (nämlich Brot und Wein, Obstserien, HeilkrautAnwendung, GewürzAuszüge etc.), ohne dass dabei nur die stoffliche Einverleibung dieser Materialien zum Tragen käme. Die unterschiedlichen Forschungsansätze und Aneignungsweisen (in Litaneien, Listenweisheit, Rezepturen und poetischen Verdichtungsstrategien) garantieren ein nährstoffreiches Abendprogramm. Ob Sie als Besucher/innen geistig gesättigt oder nach Weiterem bedürftig von dannen gehen, hängt auch von Ihrem intellektuellen Appetit und Ihrer sensorischen Aufnahmebereitschaft ab. Bodo Hell ist Autor und Alpenhirt mit weitgestecktem Horizont und vielfältigem (auch verbalem) Nahrungsangebot (vom Hartbrot im Hosensack für die Capriden bis zu Nothelfergeschichten im Buchgepäck für die Hominiden).
Peter Angerer ist Lebensmittelfotograf (food + still-life) und hat u. a. die gemäldegleichen Fotos für die Kochbücher eines Jörg Wörther beigesteuert. Als „Gasteiner Peter“ spielt er alle Arten von Schlagzeug u. a. auch im „Stubenblues“, der aktuellen Band von Willi Resetarits. Er bevorzugt violetten tasmanischen Pfeffer zu Rot- und Blaukraut.
Fritz Moßhammer ist Loferer Wirtssohn, nicht unerfahren in Pinzgauer und maghrebinischer Küche (Auflauf à la Dido). Er spielt Alphörner, Trompete und Pocket-Trompete sowie Maultrommel.
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Theater – visuelle Comedy
Trifolie: Bon Voyage Wenn der Ausflug zum Trip wird!
Montag, 22. Oktober 2012 19.30 Uhr, Congress Center Villach, Gottfried-von-Einem-Saal
Urlaubsreif? In ihrer grandiosen Mischung aus Slapstick, Clownerie und Pantomime nehmen die drei Komiker aus dem Ruhrgebiet ihr Publikum mit auf eine Reise in die Untiefen des Tourismus.
Und das natürlich All-Inclusive: Neben Abstechern in die Geschichte des Reisens sehen sie auch Momente aus ihrem Urlaub: dramatische Abschiede, penible Flughafen-Kontrollen, lästige Insekten, wilde Wasserskitouren, seltsame Begegnungen am Hotelpool, aber auch die wohl älteste Gruppenreise der Welt.
Visuelle Comedy ist eine Art lebendiger Comicstrip, unterlegt von einem perfekten Soundtrack aus Geräuschen und Musik. Nicht komplett ohne Worte, sondern sparsam damit. Aber mit schwarzem Humor. Diese gut 90-Minuten-Programm vergehen für die Zuschauer wie im Fluge und dürften in der Tat jede Busrundreise ersetzen.
Trifolie gründete sich 1999, kommt aus Hagen im Ruhrpott und tourt seit über 12 Jahren mit seiner visuellen Comedy quer durch Deutschland und das benachbarte Ausland, spielt in Kulturzentren, Theatern, im Varieté, auf Festivals und Galaveranstaltungen.
Rolf Neuendorf besuchte die Zirkus- und Theaterschule Circomedia in Bristol, die er mit einem „Diploma in Circus Skills and Physical Performance“ abschloss. Seitdem spielte er in diversen Theatergruppen und gründete zusammen mit Sven Stutzenberger das Artistikduo „tezuviel“.
Axel Vandenabeele ist Schauspieler und Pantomime-Clown. Er wurde an der Schauspielschule Essen und an der Ecole Jacques LeCoq in Paris ausgebildet und ist Mitglied des Théatre Décalé. Seit 1994 doziert er im Bereich Bewegungstheater an verschiedenen Schauspielschulen in Deutschland.
Sven Stutzenberger begann vor zehn Jahren seinen Bühnenweg als talentierter Autodidakt und entwickelte sein heutiges Können durch zahlreiche Workshops und 1.248.560 Sekunden Bühnenerfahrung bei Auftritten in verschiedenen Sparten wie Clownerie, Artistik, Performance und Theater
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Jockel Tschiersch Pubertät mit 50
Montag, 5. November 2012 19.30 Uhr, Dinzlschloss
Jockel Tschiersch steht als Kabarettist seit über 20 Jahren mit eigenen Solo-Programmen auf der Bühne. Spätestens der Militärdienst festigte einst im 20-jährigen Tschiersch den Entschluss, sein Leben der Satire, dem Kabarett und der Schauspielerei zu widmen. Von der Allgäuer Provinz über München verschlug es ihn Ende der 80er Jahre nach Berlin, wo er seither in regelmäßigen Abständen seine „bitterbösen Einsichten in die Natur des Menschen“ (Berliner Zeitung) auf die Bühne und ins Fernsehen bringt. Viele kennen Jockel Tschiersch aus zahlreichen Fernsehserien, wo er vom Bergbauern über den marokkanischen Taxifahrer bis zum einarmigen schlesischen Wachmann so gut wie alles spielt, was von Männern darstellbar ist.
Pubertät mit 50 – Stand-up-Kabarett: Mit 50 entdeckt ein Mann beim Besuch einer äußerst sympathischen Urologin, dass es nicht die Prostata ist, sondern dass er gerade einen zweiten Schub von Pubertät erleidet. Aber schon Martin Walser sagt, die Pubertät sei lebenslang: schöner Mist! Just wie ein Jüngling versucht der Held-fifty-plus, das Leben wieder zu verstehen: die neuen toughen Frauen, die alltäglichen Probleme des Patchworkpapas im öffentlichen Nahbereichs-Spielplatz, die latente Gewalt beim Discounter und die Klärung der Frage, wie straff die Haut und wie groß das Kinn sein muss, um mit 50 noch mal durchzustarten. Fragen über Fragen: wie kauft man Blumen beim Vietnamesen, und was kocht man für befreundete Ernährungsneurotiker und Multi-Allergiker, und vor allem: wie lange und worin! Der ‚pubertäting 50’ verheddert sich im Dschungel der 100.000 Ratgeber, die Inkompetenz lauert überall. Entscheidungen stehen an: ob es pubertärer ist, Steuern zu bezahlen, als das Finanzamt zu bescheißen, ob man die Golden Retriever zweimal pro Woche zur Physiotherapie bringt oder doch lieber gleich die eigenen Kinder schlägt, auf selbst verlegtem Laminat.
…Aberwitziges, direkt aus dem modernen Leben gegriffen. Natürlich geht es dabei immer wieder um den Jugendwahn älterer Semester und ihre Midlife- Debilität. Dem 51-jährigen Jockel Tschiersch ist ein hintersinnig-böser Ideen-Marathon gelungen. Sehenswert! Unbedingt hingehen! Berliner Morgenpost
…So gesehen ist „Pubertät mit 50“ ein kleines Meisterstück: schmutzig, putzig, peinlich und mit so viel Schwung vorgebracht, dass es Spaß macht, mit allen anderen durch die vielen Schlüssellöcher gucken zu können. Süddeutsche Zeitung
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Josef Hader Hader spielt Hader
Samstag, 17. November 2012 19.30 Uhr, Congress Center Villach, Josef-Resch-Saal
Entweder ist er zu faul, ein neues Programm zu schreiben. Oder es fällt ihm sowieso nichts mehr Neues ein. Oder er braucht grad viel Geld wegen einer Scheidung. Oder er hat schon alles gesagt, was zu sagen ist. Oder er findet Filme viel interessanter, möchte aber am Abend noch was dazuverdienen.
Oder er ist in einer Krise. Oder er ist in einer Nachdenkphase. Oder er braucht wieder Applaus. Suchen Sie sich halt irgendeinen Grund aus, warum Josef Hader alle seine Programme aus der Tiefkühltruhe nimmt und ein Restlessen kocht. Zum Beispiel, dass Restlessen einfach spannend sind.
Da tauchen sie wieder auf: Der fantastische Geschichtenerzähler aus „Privat” - mit Hornbrille auf die Welt gekommen; oder der ausgeflippte Werbetexter aus „Im Keller”, der keine Kullerparty auslässt; oder der schmierige Bierzeltentertainer aus „Bunter Abend“, der sich solange mit Rum zuschüttet, bis er endlich keinen Witz mehr hervorbringt; oder der Bauernbub aus „Biagn oder Brechn”, der glaubt, jedes Problem in dieser Welt ließe sich „tadellossuper“ mit Kunstdünger lösen.
Aus den letzten fünf Programmen, die durchwegs geschlossene Theaterabende sind, hat Josef Hader Teile herausgenommen und zu kleinen Monologen geformt. Er leiht sich seine Figuren aus und erzählt vom ganz normalen Wahnsinn des menschlichen Alltags. Von sich, von der Kunst, vom Kabarett. Das klingt gefährlich. Ist es auch. Und er gibt auch zu, dass er von sich gestohlen hat. Doch kommt es darauf an? Bei dem guten Verhältnis von Täter und Opfer… Aus der Fülle der Figuren entsteht eine Geschichte, die eines für sich beanspruchen kann: ein neues Hader-Programm zu sein. Ein echtes.
Es gibt weltweit keinen besseren Hader als Hader. TAZ
Was nun der wirkliche Hader hinter dem Hader ist, der den Hader spielt, das lässt sich nur erahnen. Berliner Tagesspiegel
...dann ist die Falle zugeschnappt und man klebt ihm an den Lippen. Nürnberger Zeitung
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Theatersport English Lovers (Wien) gegen Theater im Bahnhof (Graz)
Dienstag, 27. November 2012 19.30 Uhr, Congress Center Villach, Josef-Resch-Saal
Schiedsrichter Andreas Wolf (fast-food-theater München) Musik David Wagner
Die Paarung kommt Ihnen bekannt vor: Sie haben Recht. Die Finalisten der österreichischen Theatersportmeisterschaft 2011 hießen wieder einmal „English Lovers“ und „Theater im Bahnhof“. Also bestreiten auch diese beiden Formationen die bereits traditionelle Revanche am Tag vorm Beginn der heurigen Meisterschaft im Linzer Posthof. Es soll uns nichts Schlimmeres passieren, als Österreichs originellste und beste Improvisationstheater zu Gast zu haben.
Vier Tage dauern die österreichischen Theatersport-Meisterschaften im Linzer Posthof. Gespielt wird wie beim Fußball-Cup: Ausscheidungsspiele, Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Unterstützt werden die Matches, bei denen das Publikum den Sieger wählt, durch einen Musiker und einen Unparteiischen.
Auch wenn die beiden in Villach bekannt sind: Bereits einmal Gesehenes darf nicht erwartet werden. Denn wie gewohnt werden die Inhalte der Stücke, die auf „Teufel-komm-raus“ improvisiert werden müssen, durch Zurufe der Zuschauer vorgegeben. Und die, also Sie, wertes Publikum, werden ja wohl nicht jedes Jahr die gleichen Themen rausbrüllen. Also: Bühne frei für einen Abend, der in Villach fast schon „Kult“-Status besitzt.
English Lovers (Wien) Der mehrfache österreichische Meister hat in seinem Team neben dem grandiosen Jim Libby auch einen regierenden Weltmeister: Jacob Banigan war 2006 bei der parallel zur Fußball-WM ausgetragenen Theatersport-WM eine der Stützen des Teams Canada. Dass sich Libby und Banigan neben den fixen Programmschienen im Wiener Theater Drachengasse als „Rocket Sugar Factory“ bei Impro-Shows zwischen Gumpendorferstraße und New York herumtreiben, sei nur nebenbei erwähnt.
Theater im Bahnhof (Graz) Das TiB ist ein 1989 im Jugendwarteraum des Grazer Hauptbahnhofs gegründetes Ensembletheater. Heute ist es eines der größten professionellen freien Theaterensembles Österreichs. Im Jahr werden rund 100 Vorstellungen im Haus gespielt sowie ca. 60 Gastspiele im In- und Ausland. Man inszeniert österreichische Autoren oder beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung des österreichischen Volkstheaters. Koproduktionen gab’s u.a. mit dem Schauspielhaus Graz, dem Steirischen Herbst oder den Wiener Festwochen
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Christoph & Lollo Tschuldigung
Freitag, 30. November 2012 19.30 Uhr, Congress Center Villach, Gottfried-von-Einem-Saal
Christoph & Lollo veröffentlichen eine neue CD namens „Tschuldigung.“ Und machen wieder das, was sie am besten können: Sie singen Lieder über Themen.
Vorgeschichte: Früher sangen Christoph & Lollo ja nur über Skispringer. Als ihnen das nach zehn Jahren zu langweilig wurde, wandten sich die beiden Liedermacher aus Wien anderen Themen zu. Vorwiegend solchen, zu denen es noch keine Lieder gab: das verlogene Musik-Sponsoring-Business, die Unterdrückung der Hebammen durch die Ärzte, Globalisierung, schlechter Sex, schlechte Lehrer und so weiter.
Gleichzeitig begannen Christoph & Lollo, ihre Live-Tätigkeit auf eine breitere Basis zu stellen: Was früher nur in Indie-Clubs und auf Alternative-Festivals stattfand, passt jetzt auch sehr gut auf Kabarettbühnen, Liedermacherkonzerte, ja sogar Comedy-Abende. Erfolgreiche Teilnahmen bei den renommierten Wettbewerben „Kabarett-Kaktus“, München und „Scharfrichterbeil“, Passau machten das Duo in der deutschsprachigen Kleinkunstszene bekannt. Volle Konzerte und ein Publikum, das die Texte auswendig mitsingt, beweisen: Die Welt braucht solche Lieder. Und die Welt braucht Musiker, die sich auf Bühnen stellen und diese Lieder singen. Jetzt sind Christoph & Lollo nicht mehr die mit den Schispringerliedern, sondern die, die über Themen singen, über die sonst niemand singt.
Auf „Tschuldigung.“ wird dieser Plan konsequent weiter verfolgt – elf Lieder, das bedeutet hier elf brennende Themen: ein forsches Wienerlied über einen Herrn namens Karl-Heinz (bekannt aus dem YouTube-Video mit mehr als 200.000 views), ein bissiges Protestlied zum Thema öffentlicher Raum, eine schmissige Verhöhnung dummer Internetforenposter, ein bedrückendes Schlaflied über bürgerliche Bequemlichkeit, zum Beispiel.
Das ist alles ganz nah dran an der traurigen Realität, die hier knochenhart und ohne Umweg beim Namen genannt wird. Zum Heulen wäre das eigentlich, hätten Christoph & Lollo nicht diesen schamlos bösartigen Humor, der sich – manchmal vordergründig, manchmal hintersinnig – durch alle ihre Lieder zieht.
Was das Besondere dieser Zwei-Mann-Band ausmacht – auf gut wienerisch: Die beiden scheißen sich nix. Hier wird nicht nur auf dem Albumcover groß das Maul aufgerissen. Danach heißt´s dann verschmitzt „Tschuldigung.“ Wer´s glaubt.
Sie sind der Albtraum aller karrierecoachenden Persönlichkeitstrainer. Süddeutsche Zeitung
Christoph & Lollo beweisen, was viele schon ahnten: Kabarett und Rock’n Roll haben irgendwas gemeinsam. Abendzeitung
Christoph & Lollo können über alles singen ohne peinlich zu sein. Sie halten ihre Finger in Wunden, verursachen dabei aber keinen Schmerz, sondern nehmen ihn. Das ist hohe Kunst. OÖNachrichten
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Michael Quast und Sabine Fischmann Die Fledermaus
Sonntag, 16. Dezember 2012 19.30 Uhr, Congress Center Villach, Gottfried-von-Einem-Saal
Musikalische Leitung und am Flügel: Rhodri Britton Regie: Sarah Groß Eine Koproduktion der Fliegenden Volksbühne Frankfurt mit dem Künstlerhaus Mousonturm und der ARGE Kultur Salzburg
Nachdem Michael Quast im Vorjahr eine fulminante Faust-Interpretation nach Villach brachte, gab es viele Anfragen, ihn erneut einzuladen. Also: selber schuld. Diesmal singt, spielt und tanzt er die „Fledermaus“.
1873 war es, als die Börsen crashten und dem boomenden Wirtschaftsaufschwung der Gründerzeit ein jähes Ende bereitet wurde. 1873 war es auch, als Johann Strauß sich anschickte, seinen Namen endgültig unsterblich werden zu lassen: Innerhalb weniger Wochen schüttelte er ein Stück aus dem Ärmel, das bis heute nicht nur eine der beliebtesten Operetten überhaupt ist, sondern nebenbei den Zeitgeist aufs Trefflichste persifliert: „Die Fledermaus“. Denn „glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist ...“ ist das über allem stehende Motto des schwungvollen, walzerseligen und ewig jungen Verwechslungsschwanks.
Wenn sich nun Sabine Fischmann und Michael Quast dem Strauß’schen Stück an- und zu zweit etwa zehn Rollen gleichzeitig übernehmen, darf man sich sicher sein, hinter- wie vordergründigen Witz, musikalische Kabinettstückchen, Walzer und Csárdás, das „Glücklich sein“ und das „Vergessen können“ kongenial serviert zu bekommen.
Michael Quast, geboren 1959. Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Engagements u.a. am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, Schauspiel Frankfurt, Staatstheater Stuttgart, Oper Frankfurt, Hamburger Kammerspiele. Seit 1985 eigene Kabarettsoloprogramme. Zahlreiche Inszenierungen. Ausgezeichnet 1991 mit dem „Salzburger Stier“, 2001 mit dem „Deutschen Kleinkunstpreis“ und 2002 mit dem „Rheingau Musikpreis“.
Sabine Fischmann, geboren 1974. Studierte Klavier, Kammermusik und klassischen Gesang an der Musikhochschule Frankfurt, später in einem eigens für sie eingerichteten Studiengang Chansongesang. Mehrfach erste Preisträgerin bei „Jugend musiziert“. 1994 bis 1997 musikalische Leiterin am Schauspiel Frankfurt. 2002 Studienabschluss mit Auszeichnung mit ihrem ersten eigenen Chansonprogramm „Chanson d'amour - ein Abend über die Liebe und andere Grausamkeiten“.
Quast und Fischmann mit einer Fledermaus, die endlich so komisch ist, wie es sich gehört! Frankfurter Rundschau
Temporeiche Operette für zwei - Prinz Orlofsky als schlecht gelaunter Russen-Mafioso, der Gefängniswärter Frosch als Handpuppe und sein Chef Frank als feister Bayer: So zeigt sich das Personal der Operette „Die Fledermaus“ wohl nur, wenn Michael Quast und Sabine Fischmann ihre Finger im Spiel haben…. Er und Sabine Fischmann geben wieder alles. Und das Lächeln des Zuhörers weicht kaum einen Moment aus dem Gesicht. Salzburger Nachrichten
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