 Gewinner Modell, tpv-Wettbewerb |
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Stadtpolitik in Villach
In Villach hat man sich den Herausforderungen dieser Veränderungen schon frühzeitig gestellt und die Stadtpolitik dahingehend ausgerichtet. Einerseits wurde in den vergangenen Jahren ein intensiver Planungsprozess mit breiter Bürgerbeteiligung (z.B. Vision Villach 95, Stadtentwicklungskonzept Villach 2000) geführt und andererseits wurden im Rahmen einer offensiven Wirtschafts- und Stadtentwicklungspolitik bereits etliche zukunftsweisende Projekte (z.B. Technologiepark Villach, Gewerbeaufschließungsstraße, Naturpark Dobratsch) in Angriff genommen.
Im Bereich Technologie, Forschung & Entwicklung besitzt der Standort Villach bereits heute eine herausragende Position. Zudem kann Villach im Vergleich mit anderen Städten eine sehr positive, demografische Entwicklung verzeichnen. So erhöhte sich die Bevölkerungszahl von 1991 bis 2001 um 5,7 % - von 54.640 auf 57.746 Einwohner. Ein deutliches Zeichen für die besondere Lebensqualität und den wirtschaftlichen Aufschwung.
Naturräumliche Besonderheiten, eine angenehme Sozialstruktur und wirtschaftliche Kompetenz schaffen in Villach eine Kombination von einzigartigen Standortvoraussetzungen, die es ermöglichen, die neuen Rahmenbedingungen bestmöglich zu nutzen, um sich im internationalen Städtenetz zu positionieren.
Was ist das Örtliche Entwicklungskonzept?
Das Örtliche Entwicklungskonzept bildet die fachliche Grundlage für die zukünftige räumliche Entwicklung des Stadtgebietes und besteht aus einem Textteil, Erläuterungen und zeichnerischen Darstellungen.
Warum ist es die Aufgabe der Stadt Villach, ein Entwicklungskonzept zu erstellen?
Die Österreichische Bundesverfassung regelt unter anderem die Aufgabenverteilung innerhalb der staatlichen Verwaltung. Im Artikel 118 B-VG, Abs. 2 und 3 wird die örtliche Raumordnung explizit als Aufgabe des eigenen Wirkungsbereiches der Gemeinden angeführt. Für die räumliche Gestaltung und Entwicklung des Gemeindegebietes sind demnach die Gemeinden selbst zuständig.
Welches Gesetz bildet die rechtliche Grundlage?
Die gesetzliche Basis bildet das Kärntner Gemeindeplanungsgesetz, § 2, LGBL.-Nr. 23/1995, idgF.
§ 2, Absatz 1 lautet:
" Im Einklang mit den Zielen und Grundsätzen des § 2 des Kärntner Raumordnungsgesetzes und den überörtlichen Entwicklungsprogrammen sowie unter Berücksichtigung der raumbedeutsamen Maßnahmen und Planungen des Landes, des Bundes und anderer Planungsträger, deren Planungen im öffentlichen Interesse liegen, hat die Gemeinde ein örtliches Entwicklungskonzept zu erstellen, das die fachliche Grundlage für die planmäßige Gestaltung und Entwicklung des Gemeindegebietes, insbesondere für die Erlassung des Flächenwidmungsplanes, bildet."
Für welchen Zeitraum wird das Örtliche Entwicklungskonzept erstellt?
Das Örtliche Entwicklungskonzept dient als Entwicklungs- und Planungsgrundlage für einen Zeitraum von rund zehn Jahren.
Warum brauchen wir überhaupt ein Entwicklungskonzept?
Eine provokante Behauptung: > Planung ist die Ersetzung des Zufalls durch den Irrtum < (Peter Müller, Ministerpräsident des Saarlandes)
Mit dieser Aussage wird manchmal die Wirksamkeit von Planungs- und Entwicklungsprogrammen in Frage gestellt. Wenn man sich jedoch etwas intensiver mit dieser Problematik auseinandersetzt, ergibt sich ein wesentlich differenzierteres Bild. Die Erfahrung zeigt deutlich, dass räumliche Prozesse keineswegs zufällig ablaufen. Vielmehr ergeben sich Entwicklungstendenzen, die an völlig unabhängigen Orten immer ähnliche Auswirkungen zeigen. Die Problematik der Suburbanisierung, der Zersiedelung oder des zunehmenden Individualverkehrs finden wir in fast jeder Stadt. Ein lärmerzeugender Industriebetrieb inmitten eines Wohngebietes wird immer zu Konflikten führen. Da in einem komplexen Beziehungsgeflecht gegenseitiger Abhängigkeiten nie alle Auswirkungen bekannt sind, können Irrtümer natürlich nicht ausgeschlossen werden. Trotzdem muss eine verantwortungsbewusste Gesellschaft versuchen diesen offensichtlich drohenden Problemen entgegenzuwirken, um menschengerechte Lebensräume zu sichern und auch ökonomischen Aktivitäten Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
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